GENDER MAINSTREAMING:

 

Mit dem Konzept Gender Mainstreaming soll mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern erreicht werden. Gender Mainstreaming ist eine politische Herangehensweise, welche die Gleichstellung von Frauen und Männern zum Ziel hat. Mittels Top-down und Buttom-up Strategien soll Gender Mainstreaming als Querschnittsmaterie auf allen gesellschaftlichen Ebenen wie etwa in der Politik, Wirtschaft, Finanzen implementiert werden.

 

Gender Mainstreaming und die EU

 

Die Europäische Union, welche die oberste gesetzgebende Instanz für die Staaten der europäischen Gemeinschaft bildet, steht für das Konzept des Gender Mainstreamings, dessen Grundlegung 1999 im Amsterdamer Vertrag festgesetzt wurde. Gender Mainstreaming setzt auf eine Erweiterung im politischen Handlungsfeld, indem es politische AkteurInnen auf allen gesellschaftlichen Ebenen der Mitgliedsländer einbezieht. Alle Politiken und Maßnahmen sollen dahingehend überprüft werden, welche Auswirkungen sie auf Männer und Frauen haben, um herauszufinden, ob und wie geschlechtsspezifische Ungleichheiten generiert und reproduziert werden. Gleichzeitig sollen Maßnahmen gesetzt werden, um diesen Ungleichheiten hin zur Chancengleichheit entgegenzuwirken.

 

Die Idee von Gender Mainstreaming kommt aus der internationalen Frauenbewegung. In den ersten drei Weltfrauenkonferenzen wurden Empfehlungen für die Verbesserung der Lage der Frauen erarbeitet und die nationalen Regierungen verpflichteten sich auch zur Umsetzung der Empfehlungen, jedoch mit mäßigem Erfolg. Eine Lösung für diese unbefriedigende Situation sollte die Strategie Gender Mainstreaming herbeiführen, die 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking festgeschrieben wurde.

 

GENDER:

 

Die Kategorie Gender wurde bereits in den 1970er Jahren in feministische Theoriediskurse eingebracht. Die Unterscheidung zwischen "sex" und "gender" kommt aus dem angloamerikanischen Raum. 1972 schlug Ann Oakley vor, „zwischen sex als biologischer Gegebenheit der geschlechtlichen Ausstattung und gender als sozialer und kultureller Zuweisung bzw. Ausprägung von gesellschaftlichen Geschlechterrollen“ (Oakley, Ann zit. n. Braunmühl, Claudia von: Gender Mainstreaming. Neue Konzepte – neue Chance? S.17. In: Nohr, Barbara/ Veth, Silke (2002) (Hrsg.): Gender Mainstreaming – kritische Reflexionen einer neuen Strategie. Berlin. S. 17 – 26) zu unterscheiden. Dadurch wurde die biologistische Fixierung der Diskussion zur Geschlechterdifferenz in Frage gestellt und es eröffneten sich neue theoretische Perspektiven, die Vorteile und Nutzen gegenüber der bisherigen Frauen- und Gleichstellungspolitik versprechen, indem sie Geschlechterverhältnisse nicht per se als festgeschrieben verstehen, sondern als gesellschaftlich gemacht und veränderbar ansehen.

 

DIVERSITY

 

Neben den Geschlechterverhältnissen werden zunehmend auch andere Aspekte menschlicher individueller Verschiedenheit (Diversität oder engl. Diversity) weltweit verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Der Diversity - Ansatz beschreibt das Bewusstsein für vielfältige Unterschiede und ihren Einfluss auf das tägliche Miteinander. So werden u.a. Geschlecht, ethnisch oder kulturelle Prägung, Klasse, Religion, Alter, Befähigung oder Behinderung, Bildung, sexuelle Orientierung und Lebensstil als Diversitätsfaktoren thematisiert. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie daran geknüpfte Ungleichheits- und Diskriminierungsverhältnisse soziale, kulturelle, politische und ökonomische Prozesse sowie Strukturen beeinflussen. Der Ansatz des Diversity sieht Unterschiedlichkeit dabei jedoch nicht nur als etwas Trennendes, sondern auch als etwas Verbindendes. Es geht darum, vorhandene Vielfalt im Sinne einer positiven Wertschätzung sichtbar und nutzbar zu machen.

 

DIVERSITY MANAGEMENT

 

Diversity Management ist ein Konzept der Unternehmensführung, das die Heterogenität der MitarbeiterInnen beachtet und zum Vorteil aller Beteiligten umsetzen möchte. Ziel von Diversity Management ist es, eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu erreichen, Diskriminierung von Minderheiten zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern. Diversity Management soll jedoch über die reine Umsetzung von Antidiskriminierungsvorschriften hinausgehen und ein Gesamtkonzept des Umgangs mit personeller Vielfalt in einem Unternehmen zum Nutzen aller Beteiligten, also der UnternehmerInnen wie auch der MitarbeiterInnen, sein.

 

 

Literatur:

 

Bendl, Regine u. Edeltraud Hanappi-Egger u. Roswitha Hofmann: Interdisziplinäres Gender- und Diversitätsmanagement. Einführung in Theorie und Praxis. Wien 2004.

 

Nohr, Barbara/ Veth, Silke (2002) (Hrsg.): Gender Mainstreaming – kritische Reflexionen einer neuen Strategie. Berlin.

 

Stuber, Michael: Diversity. Das Potenzial von Vielfalt nutzen – den Erfolg durch Offenheit steigern. Kriftel 2004.

 

 

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