Europäische Agenda für die Integration von
Drittstaatsangehörigen
Die Kommission hat am 20. Juli 2011 die
„Europäische Agenda für die Integration von Drittstaatsangehörigen“ vorgelegt,
die auf eine bessere Nutzung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen
Vorteile der Migration in Europa abzielt. Zentrales Thema dieser Agenda ist die
volle Einbeziehung der Zuwanderer in alle Aspekte des Zusammenlebens, wobei die
Rolle der örtlichen Behörden hervorgehoben wird.
Festgestellt wird u. a., dass in allen
Mitgliedstaaten, zu denen Daten vorliegen, eine Überqualifikation der Drittstaatsangehörigen,
besonders bei Frauen, für die Tätigkeit, der sie nachgehen, besteht.
Arbeitslose überqualifizierte Migranten oder Migranten sind schlecht
eingesetzte Ressourcen und eine Arbeitskraftverschwendung. Außerdem empfinden
die betroffenen Migranten ihre Situation manchmal als Erniedrigung. Es sollten Dienste
eingerichtet werden, die helfen, die im Herkunftsland erworbenen
Qualifikationen und Kompetenzen anzuerkennen, und so den Zuwanderern die Möglichkeit
geben, eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit zu finden.
Ein erster Schritt wäre, die Methoden zu
verbessern, mit denen der Bildungsweg und die Berufserfahrung erfasst sowie die
Vergleichbarkeit von Diplomen und Abschlüssen und gegebenenfalls der
Ausbildungsbedarf festgestellt werden. Es wären auch transparente Informationen
über das Arbeitsplatzangebot und die Unterstützung durch die öffentlichen
Arbeitsämter wichtig. Arbeitgebern und Sozialpartnern fällt die maßgebende
Aufgabe zu, sich für Vielfalt einzusetzen und gegen Diskriminierung vorzugehen.