Migranten in Österreich sind 20 Milliarden Euro schwer – Bildungsniveau und Chancen am Arbeitsmarkt beeinflussen die Kaufkraft

 

 

Mehr als 20 Milliarden Euro beträgt das gesamte Kaufkraftvolumen der Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich. Dies hat RegioData Research analysiert. Aktuell leben in Österreich rund 1,47 Millionen Einwohner (circa 17 % der Gesamtbevölkerung), die entweder im Ausland oder in Migrantenfamilien in Österreich geboren wurden.

 

EU-MigrantInnen verfügen über die höchste Kaufkraft im Ethno-Ranking! Deutlich weniger Kaufkraft haben türkische und ex-jugoslawische MigrantInnen. So verfügen türkische MigrantInnen im Durchschnitt nur über 55% des Niveaus von ÖsterreicherInnen, Personen aus dem ex-jugoslawischen Raum (mit Ausnahme Sloweniens) erreichen im Schnitt rund 70% des Kaufkraftniveaus von ÖsterreicherInnen.

 

"Die großen Diskrepanzen im ethnischen Kaufkraftniveau sind sowohl auf die Unterschiede im Bildungsniveau aber auch auf die besseren Chancen der Österreicher am Arbeitsmarkt zurückzuführen", erklärt Pressesprecher Mag. Mark Ruhsam diese Situation. Zwar gibt es unter ausländischen Einwohnern anteilsmäßig mehr Personen, die über einen Hochschulabschluss verfügen, jedoch schlägt sich in der MigrantInnenstatistik die hohe Anzahl an Personen nieder, die nur eine Pflichtschule absolviert hat. "Zu bedenken ist auch, dass viele Migranten mit Hochschulabschluss im Niedriglohnbereich arbeiten müssen und für die Tätigkeiten, die sie verrichten, überqualifiziert sind".

 

Das Kaufkraftvolumen aller Menschen mit Migrationshintergrund ist höher als das Nachfragepotenzial aller ausländischen TouristInnen mit circa 16 Milliarden Euro. Damit ist das Kaufkraftvolumen der MigrantInnen in etwa gleich groß wie jenes der Steiermark und doppelt so hoch wie jenes von Kärnten.

 

"Die Wirtschaft und insbesondere der Einzelhandel muss sich dieses Marktpotenzials bewusst sein", betont Mag. Ruhsam. Gerade im Einzelhandel gibt es Möglichkeiten, durch eine gezieltere Ansprache der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusätzliche Umsätze zu lukrieren. Nicht nur mit einer stärkeren Produktvielfalt in Branchen, wie etwa dem Lebensmittel-, Bekleidungs-, Drogerie- oder Möbelhandel sondern auch durch Ethno-Marketing (eigens für MigrantInnengruppen gedachte Aktionen, Ansprache in der Muttersprache, etc.) können diese Zielgruppen besser erreicht werden. Aber auch für andere Branchen ist das Wissen über das Konsumentenverhalten von MigrantInnen von Bedeutung. So etwa im Mobilfunk-, Banken- oder Versicherungssektor.

 

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