Internationaler Migrationsausblick der
OECD
Am 12. Juli 2010 präsentierte die OECD den
aktuellen Internationalen Migrationsausblick. Darin wird ein leichter Rückgang der Zuwanderung in OECD-Ländern
festgestellt, insbesondere im Hinblick
auf die Zuwanderung im Rahmen von Freizügigkeitsregelungen und den Familiennachzug.
Die befristete Zuwanderung spielt nach
wie vor eine wichtige Rolle, wurde jedoch durch den Wirtschaftsabschwung
beeinträchtigt.
In
vielen OECD-Ländern war ein Großteil des Bevölkerungswachstums – und ein wesentlicher
Teil des Zuwachses der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – in den
vergangenen Jahren auf die internationale Migration zurückzuführen. In einer
Reihe von Ländern – darunter einige südeuropäische Länder, Österreich und
die Tschechische Republik – waren rund 90% des Bevölkerungswachstums
durch die Zuwanderung bedingt.
Die
Ausrichtung auf hochqualifizierte Zuwanderer, einschließlich der Nutzung von
Punktesystemen (wie in Dänemark, dem Vereinigten Königreich und den
Niederlanden), setzte sich fort, ebenso wie die Verschiebung angebotsbestimmter
Systeme in Richtung der Bevorzugung von Antragstellern, die ein Arbeitsangebot
im Rahmen von Programmen für die dauerhafte Zuwanderung vorweisen können
(Australien und Kanada). Während ein Land (Schweden) sich für die Zuwanderung aller
Qualifikationskategorien öffnete, beschränkte sich die Öffnung für die Migration
geringer qualifizierter Arbeitskräfte andernorts auf Änderungen einiger
Saisonarbeitsprogramme, die die Nutzung dieser Art von befristeter Migration
begünstigen sollten (Australien und Polen).
Im
Rahmen von Änderungen der Politikmaßnahmen im Bereich der
Familienzusammenführung wurden in der Regel strengere Kriterien eingeführt,
z.B. in Bezug auf Aufenthaltsdauer und Einkommen. Die Nutzung von Sprach- oder Staatsbürgerkundetests
als Voraussetzung für Familienzusammenführung und Einbürgerung nimmt weiter zu.
Der
Bericht befasst sich mit den unverhältnismäßig hohen Auswirkungen der Wirtschaftskrise
auf die Beschäftigung von Zuwanderern im OECD-Raum Junge Migranten sind
besonders betroffen, wenngleich es zugewanderten Frauen besser ergangen ist als
zugewanderten Männern.Dieselben Faktoren, die
Zuwanderer anfällig für Arbeitsplatzverluste machen, bewirken auch, dass sie
schwerer durch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu erreichen sind.