Der Film Chance Migration

fremd stark innovativ gleich

 

Inwiefern profitiert der österreichische Arbeitsmarkt von Migration? Welche Qualifikationen, Bildung und Berufserfahrungen bringen MigrantInnen mit? Welche Chancen haben qualifizierte MigrantInnen? Mit welchen geschlechtsspezifischen Hürden und Barrieren sind MigrantInnen tagtäglich konfrontiert? Welchen Beitrag leisten MigrantInnen zur Integration in den Arbeitsmarkt? Und umgekehrt, welche Angebote gibt es seitens des Arbeitsmarktes für MigrantInnen? Was bieten ArbeitgeberInnen und arbeitsmarktpolitische Einrichtungen Frauen und Männern mit Migrationshintergrund an? Welche Überlegungen zur Chancengleichheit werden angedacht?

 

Mit diesen Fragen setzt sich der Film Chance Migration auseinander. Vier MigrantInnen (drei Frauen und ein Mann) stehen stellvertretend für die Situation und werfen viele Themen auf. Aber der Film  gibt auch Antworten: ExpertInnen und VertreterInnen aus unterschiedlichen Bereichen setzen sich mit den oben erwähnten Fragen auseinander. So kommen etwa UnternehmensberaterInnen zu Wort, die Methoden der Chancengleichheit wie Gender Mainstreaming und Diversity Management thematisieren. Die Aussage des Filmes lautet: Migration ist eine Chance, wenn beide Seiten -  MigrantInnen und der Arbeitsmarkt - ihren Beitrag zur Integration leisten.

 

ProtagonistInnen

 

Tamella Danyildiz ist 1965 in Nachzivan, Aserbaidschan geboren und seit 2003 österreichische Staatsbürgerin. Sie hat an der zahnärztlichen Fakultät in Aserbaidschan studiert und anschließend acht Jahre als Zahnärztin gearbeitet. Ende 1997 ist sie ihrem Ehemann mit türkischer Herkunft, der seit mehr als 20 Jahren in Österreich lebt, nachgefolgt und wohnt mit ihren zwei Kindern in Wien. Tamella Danyildiz größter Wunsch ist es, in Österreich wieder als Zahnärztin arbeiten zu können. Die Nostrifikation gestaltet sich jedoch sehr schwierig und erscheint aufgrund der finanziellen Lage der Familie fast aussichtslos. Ihre Zeit verbringt sie mit Deutsch Lernen und Gelegenheitsjobs, so hat sie bereits als Kellnerin, Putzfrau, Zahnarztassistentin und kostenlose Gastärztin im AKH gearbeitet.

 

Marica Mijatović ist 1963 in Štrepeci Bosnien geboren und seit 2004 österreichische Staatsbürgerin.

Sie hat in ihrer Heimat Fernmeldetechnik studiert und anschließend acht Jahre in ihrem Beruf gearbeitet. Im März 1992 ist sie mit ihrem Mann und zwei Kindern vor dem Krieg nach Kroatien geflüchtet, ein Jahr später sind sie als Flüchtlinge nach Österreich. Seit vier Jahren wohnt die Familie in Wien. Die Nostrifikation ihrer Ausbildung scheiterte am zeitlichen und finanziellen Aufwand. Marica Mijatović musste zuerst als Putzfrau und Küchengehilfin arbeiten, später als Köchin. Anschließend absolvierte sie einen Lehrgang zur Pflegehelferin. Kürzlich begann sie über den zweiten Bildungsweg eine Ausbildung zur Diplomkrankenschwester.

 

Aizhan Bekenova ist 1969 in Akmola in Kasachstan geboren und seit 2006 österreichische Staatsbürgerin. Sie hat in Kasachstan am Konservatorium Geige studiert und mehr als 10 Jahre Orchestererfahrung gesammelt. Zudem war sie als Assistentin am Konservatorium und als Geigenlehrerin tätig. 2000 ist sie alleine nach Wien gekommen. In den ersten vier Jahren musste sie sich ihren Lebensunterhalt als Straßenmusikerin und als Stubenmädchen verdienen. Dann hat Aizhan Bekenova mit der Handelsakademie begonnen hat, die sie nun seit drei Jahren besucht. Zusätzlich erwirbt sich Aizhan Bekenova laufend Nebenqualifikationen, unter anderem den Computerführerschein. Nach Zeiten von Arbeitslosigkeit arbeitet sie nun als Datentypistin und Übersetzerin von Russisch – Englisch – Deutsch – Kasachisch. Nebenbei musiziert  sie bei Geburtstagen, Hochzeiten und Vernissagen.

 

Ali Mazaoudji ist 1960 im iranischen Teil Kurdistans geboren und seit 1990 österreichischer Staatsbürger. Er hat in Iran begonnen Medizin zu studieren, musste das Studium jedoch aufgrund des Bürgerkriegs abbrechen. Danach war er, nach einer kurzen Einschulungsphase, als Lehrer tätig. 1982 ist er mit einem Bruno-Kreisky Stipendium nach Österreich gekommen, hat Politikwissenschaft und Völkerkunde studiert und mit dem Doktortitel abgeschlossen. Schon während seines Studium hat Ali Mazoudji als Portier und Rezeptionist gearbeitet bis er letztlich eine Anstellung als Kanzleihilfskraft in einem großen Unternehmen gefunden hat. Trotz intensiver Bemühungen blieben ihm Aufstiegschancen verwehrt. Daher hat er eine berufsbegleitende Sozialakademie besucht, die er 2005 abgeschlossen hat. Außerdem hat Ali Mazaoudji ein Märchenbuch geschrieben, mit dessen Erlös er eine Schule in Kurdistan finanzieren konnte. In Zukunft möchte er gerne als Sozialarbeiter arbeiten.

 

Vorankündigung der Filmpräsentation „Chance Migration- fremd stark innovativ gleich“ - Einladung und Anmeldung

 

Film „Chance Migration - fremd stark innovativ gleich“ erstmals präsentiert (28. Februar 2007)

 

Kostenlose Bestellmöglichkeit des Films „Chance Migration“ (27. März 2007)

 

 

Zurück zu Gender Mainstreaming